
Übers Jahr gesehen war 2009 kein gutes Lesejahr. Wenn ich versuche mich zu erinnern, was ich denn so gelesen habe, fällt mir erstens die Trilogie von Stieg Larsson ein und zweitens die auf die zwei Bände «Gut gegen Nordwind» und «Alle sieben Wellen» verteilte Liebesgeschichte von Emmi und Leo. Unterhaltsame Bestseller, schnell gelesen und dann auch schon wieder fast vergessen.
Mit dem Erscheinen von Nick Hornbys wunderbarer «Juliet, naked» kam im Herbst glücklicherweise meine Lesefreude zurück, und seither habe ich doch noch das eine oder andere wirklich gute Buch gelesen.
Und nun habe ich vor wenigen Minuten mit grossem Bedauern den Buchdeckel des absolut lesenswerten Romans «Zwei an einem Tag» von David Nicholls zugeschlagen. Es ist lange her, dass mich eine Geschichte so mitgerissen hat, was vielleicht auch an der besonderen Erzählweise liegt, die dem Leser die Protagonisten Emma und Dexter wirklich nahe bringt. Die beiden lernen sich am 15. Juli 1988 an ihrer Schulabschlussfeier näher kennen, und in der Folge erfahren wir in jedem Kapitel, wie es ihnen am 15. Juli der nächsten 20 Jahre geht. Wie sie zu einander, aber auch wo sie gerade im Leben stehen.
Für mich besonders interessant ist, dass Emma und Dexter nur wenige Jahre älter sind als ich und ich mich noch gut an viele der beschriebenen Zeit- und Modeerscheinungen erinnern kann. Ausserdem habe ich ein gutes Datumsgedächtnis und weiss lustigerweise auch noch von einigen Jahren, was ich am 15. Juli unternommen habe.
«Zwei an einem Tag» erzählt die Liebesgeschichte zweier Menschen, die alles andere als perfekt sind, auf den ersten Blick auch überhaupt nicht zu einander passen, aber eben doch zusammengehören. Und eigentlich wissen die beiden das auch, nur haben sie einfach ein furchtbar schlechtes Timing.
Es ist aber auch eine Geschichte darüber, wie man seinen Weg im Leben findet, und dass es «den» einzig richtigen Weg nicht gibt. Eine Geschichte über verpasste Chancen, über Feigheit, Zukunftsängste. Eine witzige, unterhaltsame und schlussendlich auch schrecklich-schön-melancholische Geschichte, die ich wärmstens weiterempfehle.




{ 6 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Dürft ich das ausleihen?
Aufgrund Deiner Empfehlung habe ich mir das Buch mal vorgemerkt und werde es vermutlich irgendwann Anfang nächsten Jahres dann auch mal lesen. Danke für den Tipp.
@rebecca: klar!
@Liisa: Gibst du mir dann Bescheid, wie es dir gefallen hat?
klar, mein Fazit wird dann wie immer im Litblog erscheinen. :)
Dir und Deinen Lieben auf diesem Wege schon mal ein frohes und schönes Weihnachtsfest mit besinnlichen Stunden! Kommt gut ins neue Jahr und ich wünsche Euch natürlich, dass es ein gutes neues Jahr wird!
Emmi und Leo Band 1 neigt sich dem Ende zu. Lohnt der 2. Band wirklich?
@Chliitierchnübler: Wenn du kein Happy End brauchst, kannst du nach Band 1 aufhören. Nicht dass Band 2 schlecht wäre, aber es geht mehr oder weniger gleich weiter, und das ist dann halt nicht mehr ganz so spannend wie im ersten Teil.