Noch keine zwei Jahre alt ist das Manndli, und schon zeigt es gewisse Ansichten, über die ich mich wundern muss. So werde ich als Mami von ihm beispielsweise gerne mal als «böse» bezeichnet, wenn ich mich morgens von ihm verabschiede und ins Büro fahre. Der Papi aber ist nie «böse», obwohl er nur einen Tag mehr auswärts arbeitet als ich. Falsch liegt wer nun denkt, ich hätte ein schlechtes Gewissen, und das spüre das Kind natürlich. Klar, wenn das «böse» nichts nützt und der Sohn eine Minute später heulend an meinem Hosenbein hängt, dann ist auch mir nicht mehr wohl. Dem Papi würde es da genau gleich ergehen. Nur – der wird ja schon gar nicht erst als «böse» bezeichnet!
Und es geht noch weiter: Wie es sich gehört ist unser Sohn auf alles fixiert was lärmt, sich fortbewegt und vorzugsweise einen Motor besitzt. Seit einiger Zeit ist ihm auch klar, wer für den Lärm und die Fortbewegung zuständig ist, nämlich «de Maa!». Als fortschrittliches Mami bin ich natürlich bestrebt meinem Kind klarzumachen, dass nicht nur Männer all die interessanten Fahrzeuge und Geräte bedienen können. Ich war deshalb hochbegeistert, als wir diese Woche in einem Tram mit einer Chauffeuse sassen. «Siehst du, wer das Tram fährt?», fragte ich meinen Sohn und zeigte auf die langhaarige Frau im Führersitz. Er schaute sie an und antwortete mir wie immer strahlend mit einem lauten «Maa!».
Er muss noch so viel lernen!




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was lernen? er sieht das genau richtig ;-)
das ist ja aber manchmal auch schwer zu erkennen. unsere kleinste hat kürzlich eine alte motley crue-cd von mir angeschaut und war sich ganz sicher dass das “fau” (=frau) sein müssen… naja.
liebe grüsse nach zürich
brige
Es gibt diese unglaublich korrekten Bücher, auf denen die Bagger und Traktore auf Grossbaustellen doch tatsächlich von Frauen gefahren werden. Das führt dann bei uns zur Frage: Was macht die Frau da????
nun, Xli ist jetzt dann erst grad eins, drum ist die Sache mit dem “Maa” noch nicht aktuell (das mit den Fahrzeugen schon, Motorräder und Autos sind schon zu unterscheiden). aber ich schmunzle über die Geschichte und freue mich (als Papa) natürlich schon ein bisschen auf diese Erlebnisse…