im hotel III

von brigitte am 23/3/2005

in nostalgie,über mein leben

heute könnte ich eine weitere meiner vielen hotelgeschichten erzählen, vielleicht aus meiner zeit in davos. erst gestern erinnerte ich mich daran, dass ich damals die ganze saison durch unseren gästen keine uova strapazzate verrechnet hatte. ich sprach nur wenige worte italienisch, es reichte gerade aus, um mich mehr schlecht als recht mit den italienischen kellnern beim gemeinsamen abendessen zu unterhalten. ihre kritzeleien auf den essensbons, welche sie mir nach beendigung ihrer schicht jeweils zum fakturieren auf die zimmerrechnungen der hotelgäste weitergaben, konnte ich aber nur mit hilfe eines wörterbuches entziffern.

uova heisst eier, strapazzare bedeutet misshandeln, übel zurichten, also reimte ich mir zusammen, dass es sich bei besagten eiern um zerbrochene eier handeln musste, die ich unseren hotelgästen nicht weiterverrechnen konnte. dass die kellner dafür trotzdem einen essensbon ausstellten erklärte ich mir mit der materialkontrolle, an welche ich die bons nach der kontierung weiterreichte (das alles ist übrigens nur 15 jahre her, der hotelbetrieb war schon damals sehr veraltet, aber dazu ein anderes mal gerne noch mehr).

bei uova strapazzate handelt es sich im übrigen um rühreier, aber das erfuhr ich erst jahre später. es mag den einen oder anderen hotelgast am ende seines aufenthaltes beim begleichen der rechnung verwundert haben, dass er für ein gekochtes oder ein spiegelei zu bezahlen hatte, ihm aber keine rühreier verrechnet wurden. beschwert hat sich darüber aber niemand.

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1 Esther 24/3/2005 um 03:28

Ooh, das ist ja köstlich! Ich dachte zuerst es handele sich um etwas Perverses bei diesen Eiern. Ich habe nämlich selber für Jahre im Gastgewrbe gearbeitet.

2 monoblog 24/3/2005 um 07:35

ab heute nehm ich im hotel nur noch rührei…

3 Giuseppe 24/3/2005 um 08:08

*smile*. immer wieder amüsant deine blogeinträge.

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