Klein und fein

von brigitte am 13/6/2012

in über mein leben

Ich gehöre zwar noch immer zu den fleissigen Blog-Leserinnen, vergesse aber oft, dass ich selbst auch ein Weblog führe. Deswegen war ich erstaunt, als mich vor einigen Wochen die Anfrage von HP erreichte, ob ich ihr neues Notebook Mini 210, designt von Vivienne Tam, testen möchte. Ich sagte zu und hoffte insgeheim auch, dass sich so die in unserem Haushalt kursierende Frage «Wir brauchen doch nicht wirklich so ein iPad oder etwa doch?» lösen würde.

Kurze Zeit später wurde mir das HP Mini Notebook 210 zugeschickt, und hier folgt nun endlich mein Testbericht:

Das doch aussergewöhnliche Aussehen des Notebooks passt nicht ganz zu meiner Vorliebe für schlichtes Design, das Champagner-Gold und die Schmetterlinge sind sehr auffällig. Und doch hat das von Vivienne Tam designte Gerät Stil. Mit seinem Gewicht von 1,2 kg und in die dazugehörige Schutzhülle verpackt passt das Mini Notebook bestens in eine Handtasche. Integriert sind eine Webcam, Wireless und ein Speicherkartenleser, installiert Windows 7 (Home Premium). Und zur Vervollständigung gleich noch mehr technisches: Intel Atom 1,83 GHz Prozessor, 2 GB RAM Arbeitsspeicher.

Mein Fazit: ein sehr handliches, benutzerfreundliches und eben auch stilvolles Netbook. Die Benutzerführung des TouchPads mit zwei Fingern ist sehr angenehm und schnell, und die Tastaturgrösse des Gerätes ist für mich absolut ausreichend. Das einzige, was mich am Notebook stört, ist die für den 10,1 Zoll kleinen Bildschirm maximale Bildschirmauflösung von nur 1024 x 600 Pixel. 1280 x 800 fände ich angenehmer. Aber ansonsten: absolut empfehlenswert, und ich möchte mich hiermit auch noch einmal bei Richterich und Partner und HP bedanken (auch für die beiden Tickets für die Schweizer SATC-Première und den Apéro – ein ganz besonderes Erlebnis, auch wenn mir der Film selbst gar nicht gefiel – und das als langjähriger SATC-Fan. Aber die sind ja vielleicht auch ein bisschen anspruchsvoller).

PS: Etwas ist dem Notebook Mini allerdings nicht gelungen: die iPad-oder-nicht-Frage in unserem Haushalt abschliessend zu klären. Wir haben die Frage nun aber immerhin auf Version 2 verschoben.

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Von Feen und Wünschen

von brigitte am 13/5/2010

in achtung baby

In weniger als zwei Monaten wird der Sohn nun also auch schon drei Jahre alt. Zeit, ihn in die Existenz der Nuggifee einzuweihen. «In der Nacht vor Deinem Geburtstag kommt die Nuggifee vorbei und holt Deine Nuggis ab. Sie bringt sie zu ganz kleinen Kindern, die noch einen brauchen. Wir legen die Nuggis in eine Schachtel und stellen die auf Deinen Spieltisch. Und als Dankeschön bringt die Nuggifee Dir ein richtig grosses Geschenk mit. Vielleicht etwas von Lego Duplo, oder ein Trottinette?»

Der Sohn wusste sofort, was er sich von der Nuggifee wünschte: «D’Nuggifee söll mir en neue Nuggi bringe. En violette!!»

Er hat den Sinn der «Nuggifee» offensichtlicht nicht verstanden. Oder eben doch?

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Happy Birthday!

von brigitte am 30/3/2010

in über anderes

Heute vertreiben sich im Büro gelangweilte Stifte Lehrlinge Lernende die Zeit im Internet. Als ich noch jung war, standen wir aus Langeweile am Kopierer. Kopiert wurde alles mögliche, vom Büromaterial über Esswaren bis zu unseren Körperteilen. Mal mit Deckel zu, mal mit Deckel auf, mal vergrössert, mal verkleinert. Und immer mit der Befürchtung, es gäbe gleich einen schlimmen Papierstau, eines der Blätter bleibe in einem für uns unerreichbaren Bereich eingeklemmt und könne nur vom Servicetechniker wieder entfernt werden.


Die Kopiermaschine wird fünfzig in diesem Jahr, und CNN.com bringt dazu einen lesenswerten Artikel mit bekannten Szenen aus Filmen, Serien und Videos, in welchen Kopierer eine Rolle spielen.

Via swissmiss.

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Ich geb’s zu, ich konsumiere manchmal den neusten Promi-Klatsch, bevorzuge aber Geschichten über sogenannt «richtige» Berühmtheiten, mit unserer Cervelat-Prominenz kann ich nichts anfangen. Deshalb blättere ich beim Coiffeur die Schweizer Illustrierte – wenn überhaupt – nur noch kurz am Schluss durch, während die Gala bei meiner Ankunft bereits zuoberst auf dem Heftlistapel bereit liegt.

Vor einiger Zeit las ich, dass die Schauspielerin Gwyneth Paltrow wöchentlich einen Newsletter verschickt, mit Beiträgen zu Themen wie Ernährung, Sport, Kultur, Mode und Familie. Bald gehörte auch ich zu den Abonnenten von Goop und war gespannt, ob die schöne Gwyneth mein Leben mit wertvollen Tipps bereichern würde.

Einige Monate später erhalte ich noch immer jeden Donnerstagnachmittag die neuste Ausgabe von Goop. Das unterhaltsame daran ist für mich Gwyneth’ Weltfremdheit (die amerikanische Online-Medienwelt spricht lieber gleich von Selbstgefälligkeit), die manchmal mehr, manchmal weniger durchscheint. Sie lebt halt nicht das Leben einer «Normalsterblichen» und macht uns das mit jeder Ausgabe (ob gewollt oder ungewollt) von neuem bewusst. Da kann sie noch so darüber klagen, wie wenig Zeit «uns Eltern» mit kleinen Kindern für die Zubereitung des Abendessens bleibt; es wirkt nun mal unglaubwürdig, wenn der von ihr vorgestellte, schnell zuzubereitende Salat Zutaten enthält, die man nur durch intensives Suchen in verschiedenen Spezialitätenläden findet. Unter ihren Geschenktipps für Weihnachten befanden sich zwar durchaus zahlbare Gegenstände, es fehlte aber auch nicht die Hermes-Damenuhr für $ 1’850.-. Und denjenigen unter uns, die sich vom Alltagsstress erholen möchten, empfahl sie kürzlich einen Aufenthalt in Marrakechs neustem Luxusresort. Wer sich durch die bereits erschienen Ausgaben klickt, findet noch weitere solche Beispiele.

Als ich mich diese Woche mit der Planung unserer Sommerferien beschäftigte, erinnerte ich mich an eine Newsletter-Ausgabe, die kinderfreundliche Restaurants in verschiedenen Grosstädten präsentierte. Unsere Sommerferien führen uns nach London, also schaute ich mir die dort vorgestellten Restaurants an. In der Einleitung wird vermerkt, dass das Essen in diesen Lokalen nicht nur den Kindern, sondern eben auch den Eltern schmecken würde. Ich wurde das erste Mal misstrauisch, denn die Qualität des Essens gehört (leider) nicht zu den Hauptkriterien bei der Auswahl eines kinderfreundlichen Restaurants. Dann las ich mir Gwyneth’ Beschreibungen durch. In einem Restaurant lobt sie den grossen Garten mit den mit biologischem Gemüse angelegten Gartenbeeten, in welchem sich die Kinder wunderbar austoben können. Naja, bei weltbekannten Eltern drücken Restaurantbesitzer vielleicht beide Augen zu, wenn der Nachwuchs durch die Gemüsebeete trampelt. Wäre mein Sohn dort aktiv, sähe das wohl anders aus.

Und doch: Auch wenn die Bilder auf den Websites der vier Restaurants nicht wirklich Kinderfreundlichkeit signalisieren, die Wörter «kid friendly» und «family» nirgendwo auftauchen und die Preise in den Menüs selbst für uns Zürcher am oberen Limit sind, hätte ich Lust, im Sommer das eine oder andere Lokal zu besuchen. Denn so sehr mich die regelmässig vorgestellten Buch-, Restaurant-, Modetipps und Rezepte unterhalten, mir fehlte bis jetzt die Zeit, eine Nanny und das nötige Kleingeld um herauszufinden, ob mir ein Leben à la Goop denn überhaupt gefallen würde.

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Tatort vs. Wickeltisch

von brigitte am 18/2/2010

in über mein leben

Der Tatort gehört seit über zehn Jahren zu meinem Sonntagabend, und während es mir schwer fallen würde, mich für einen bevorzugtes Kommissar zu entscheiden (Schenk oder Ballauf? Thiel oder Börne? Batic oder Leitmeyer? Einer der «neuen» Stuttgarter?), habe ich eine langjährige Lieblingskomissarin: Charlotte Lindholm aus Hannover. Ich werde zwar nie verstehen, was Maria Furtwängler an Herbert Burda findet, in ihrer Rolle gefällt sie mir aber sehr.

Und natürlich gefiel mir auch, dass Charlotte Lindholm beinahe gleichzeitig wie ich Mutter wurde. Während sich mein Leben mit der Geburt des Manndlis allerdings naturgemäss stark veränderte und ich lernen musste, meine persönlichen Bedürfnisse denen eines kleinen Wesens unterzuordnen, lief das bei Frau Komissarin komplett anders ab. Sie zeigte ihrem Vorgesetzten bald einmal, dass sie ihren intensiven und zeitraubenden Job trotz Neugeborenem problemlos ausüben konnte und vertraute dabei rücksichtslos grenzenlos auf den Einsatz ihrer Mutter und ihres wohl zeitlebens in sie verliebten Mitbewohners Martin. Während sie also weiterhin souverän Fall für Fall löste, dabei immer mal wieder ihr Leben aufs Spiel setzte und zur Erholung ab und zu eine Nacht im Bett ihres stets durchschlafenden Sohnes verbrachte, schlug sich ihr ergebener Mitbewohner mit Problemen wie Beikosteinführung, Zahnen und Kinderkrankheiten durch. Im letzten Tatort setzte er – eigentlich ein Schriftsteller – seiner Charlotte zuliebe sogar eine lang geplante Leserreise ab. Nicht sehr realitätsnah das alles, aber das hat mich nicht gestört, von einem Tatort möchte ich einfach gut unterhalten werden.

Heute lese ich im Tagi, dass der Schauspieler Ingo Naujoks, der die treue Seele Martin verkörpert, aus dem Tatort aussteigt:

Seinen Abgang aus der Krimi-Reihe begründet Naujoks laut «Bild» so: «Am Ende wurde Martin nur noch aufs Babysitten und Frühstückmachen reduziert, was mir immer weniger gefiel.» Den «Tatort» schätzt der Schauspieler weiterhin; er sei das Schlachtschiff des deutschen Krimis, und man könne stolz sein, dort eine Rolle spielen zu dürfen, sagte Naujoks. «Nur dann sollte es aber bitteschön eine richtige Rolle sein.»

Diese Aussage – ob exakt wiedergegeben oder nicht, schliesslich wird das deutsche Blick-Pendant zitiert – hat mich laut zum Lachen gebracht. Dass das Spielen eines Kinderbetreuers keine «richtige Rolle» sei, sagt doch auch etwas über das Ansehen dieser Funktion in der Gesellschaft aus und kommt mir bedeutend ehrlicher rüber als die stetig wiederkehrenden «Aber es gibt für eine Frau doch nichts schöneres, als zu Hause bei ihren Kindern zu sein»-Belehrungen gewisser SVP-Männer.

Mir wird der treue Martin fehlen, Charlotte Lindholm bestimmt noch viel mehr. Und ich bin gespannt, wie sie ihr Privatleben künftig meistern wird. Für den nächsten Hannover-Tatort tippe ich auf eine Babysitterin, die dank ihres kriminell veranlagten Partners in Charlottes aktuellen Fall verwickelt und so für zusätzliche Spannung sorgen wird. Windeln wickeln sehen werden wir Kommissarin Lindholm wohl auch weiterhin nicht.

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